Covid-19 in Hamburg

Seit mehreren Wochen beschäftigt uns die neuartige Lungenkrankheit Corona. Deutschland und insbesondere Hamburg ist gegen die unsichtbare Gefahr, in weiten Teilen gut vorgegangen. Zweifelsohne ist der "Lockdown" jedoch deutlich spürbar. Mittlerweile kommen die ersten Lockerungen. Die Geschäfte öffnen und die Menschen gehen wieder vermehrt vor die eigene Haustür. Ein Stück weit Normalität kehrt zurück. Vor einigen Tagen sah es hingegen noch ganz anders aus.


Die Landungsbrücken sind menschenleer. Der Tourismus ist lahmgelegt, Fischbrötchen und Hafenrundfahrten werden nicht angeboten. An einem Freitagmittag steht niemand vor der beliebten Hafenfähre 62 schlange. Nur eine Person befindet sich an Deck.

Inzwischen herrscht die Maskenpflicht. Sie gilt auf den Fährlinien, in Bussen, sowie in den U- und S-Bahnen. Der öffentliche Nahverkehr wird gemieden. Reisende gibt es kaum. In der Wandelhalle herrschen überschaubare Besucherströme. Ganze Bahngleise sind wie leergefegt.

Am Helmut-Schmidt-Flughafen sieht es ähnlich aus - eher gespenstisch. Normalerweise gibt es hier bis zu 48 Starts und Landungen pro Stunde. Auf den Flugtafeln sind hingegen nur eine Handvoll Flüge zu zählen. Die Abfertigungshallen sind bis auf das Mindesteste besetzt. Anzutreffen sind hier fast nur Schaulustige. Auf einem Werbeplakat wird mit Live-Bundesliga geworben. Fans dürfen vorerst aber nicht ins Millerntorstadion. Der Sommer-Dom auf dem Heiligengeistfeld wurde abgesagt.

Bei Heidi ist auch nichts los. Restaurants haben geschlossen und vom bunten Treiben auf dem Kiez und der Schanze ist nichts zu sehen.

Die Straßen sind leer, das Verkehrsaufkommen so gering wie lange nicht mehr. Freie Fahrt für Radtouren durch die Hamburger Innenstadt.

Momentan ist auf den Spielplätzen wieder der Bär los. Vor wenigen Tagen durften unsere Kleinsten nicht rutschen, schaukeln oder Kletterburgen erklimmen. Absperrbänder und Warnhinweise schmückten hingegen die Spielflächen. Auch die Pausenklingel erstummt. Schüler und Schülerinnen, sind nicht anzutreffen. Auf dem Universitätsgelände ist es ruhig.

Kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés erfinden sich neu. Viele setzen auf den Außer-Haus-Verkauf. Lieferando funktioniert kontaktlos. Einige bieten ein Ampelsystem für einen begrenzten Einlass, bei anderen sind Abstandsmarkierungen auf den Boden gemalt. Ebenfalls erschließen sich neue Geschäftsgebiete. Nasen-Mundschutz-Masken werden in Souvenirshops, Poststationen oder von Änderungsschneidereien verkauft. In der Hegestraße sogar mit "Eppendorf-Zuschlag" für 10€.

Die Natur erobert ihren Lebensraum zurück. Unsere berühmten Alsterschwäne zieren ohne Segler und Tretbootfahrer die Alster. In der Luft verringert sich die Schadstoffbelastung, die Lärmbelastigung nimmt ab. Der Dieselpreis sinkt auf 98 Cent.

Was wird sich verändern und was wird bleiben, wie beeinträchtigt uns Corona in naher Zukunft und wie in vielen Jahren? Die Antwort kennt keiner. Aber gemeinsam können wir das schaffen.

Fotografiert von Lukas Rieß.

Kamera: Nikon L35 AF2

Film: Ilford FP4+

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